Beschaffung / Procurement

 Wir können den Wind nicht ändern, aber jetzt die Segel anders setzen!

 

 

24.01.2025 | Artikel von Jost H. Buthmann

 

In 2025 stehen Unternehmen weltweit und auch in Deutschland vor erheblichen geo-politischen Herausforderungen, insbesondere durch die dynamische Lage in Peking, Moskau und Washington. Diese Mächte beeinflussen die globalen Wirtschaftsbeziehungen maßgeblich:

  • Peking: Chinas zunehmende Einflussnahme im asiatisch-pazifischen Raum und weltweit wird Spannungen im Handel und bei Rohstofflieferungen verursachen
  • Moskau: Russland ist seit Jahren völkerrechtswidriger Kriegsverbrecher in der Ukraine und unverhohlener hybrider Kriegstreiber in der Verfolgung seiner außenpolitischen Ziele, was zu unvor-hersehbaren Schwankungen in Energiepreisen und Versorgungsketten führt
  • Washington: Die US-Politik schwankt zwischen Abschottung und globaler Führung, was Unsicherheiten im transatlantischen Handel hervorruft. Die $-Clique um Herrn Trump lässt da nichts Gutes ahnen

 

Das ist umso bitterer, weil diese geo-politischen Kräfte ganz bewusst und gezielt ihren erheblichen Einfluss auf die Weltwirtschaft nutzen und einsetzen, um ihre hegemonialen Ziele voranzutreiben. Diese beeinträchtigen:

  • Weltweite Liefernetze durch Handelsbeschränkungen oder Sanktionen
  • Die Kostenentwicklung durch verstärkten Rohstoffwettbewerb, was Rohstoff arme Regionen und Länder wie Deutschland besonders herausfordert
  • Den offenen Marktzugang durch macht-politische Spannungen, Einflussnahme und veränderte Handelsabkommen

 

Aber allen Stürmen zu Trotz, wir setzen jetzt die Segel anders! Denn uns allen ist längst klar und bewusst, dass sich die weltweiten ökonomischen Themen mit ökologischen und sozialen Fragestellungen tief verwoben haben und die politischen Irrungen und Wirrungen schwer belastend noch hinzukommen. Wir alle sind daher aufgerufen, eher auf Innovation, statt Effizienz zu setzen, uns langfristig, statt kurzfristig zu orientieren und uns auf die Menschen mehr als auf die Technik zu konzentrieren.

So ist und bleibt Ihre Beschaffungsabteilung, Ihr Supply-Net, die entscheidende Schnittstelle zu den Beschaffungsmärkten. Die Experten/-innen wissen um Technologietrends, Länderrisiken und Preisentwicklungen. Sie wissen im Zusammenspiel mit Ihrem vernetzten Lieferanten, wo die Risiken liegen, wie die Kostenoptimierung gelingen kann und wie die richtigen Alternativen voran zu treiben sind. Die alte Preis-Drückerei und reine Versorgungssicherheit greift in multiplen Krisen viel zu kurz. Ihr Procurement, Ihre Source-to-Pay Aktivisten/-innen sind der entscheidende Treiber von Transformationen im gesamten Unternehmen, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und Compliance zu gewährleisten. Ihre Einkäufer/-innen vereinen die tiefgreifende Expertise der Märkte mit der menschlichen Kompetenz, sich mit anderen Disziplinen und Ihren Schnittstellen zu verbinden.

Im Folgenden sind einige Komponenten, Maßnahmen, Technologien und Beispiele zusammengestellt, die helfen, die Komplexität und Unsicherheit des globalen wirtschaftlichen Umfelds zu meistern. An-passungsfähigkeit, Resilienz, Flexibilität und eine bestens mögliche technologische Integration sind Schlüsselkomponenten, um auch unter schwierigen geopolitischen Bedingungen erfolgreich beschaffen und operieren zu können.
 

 

Strategische und taktische Maßnahmen Ihrer Einkaufsabteilung


Risiko-Diversifizierung:

  • Beispiel: Nach den Handelskonflikten zwischen den USA und China verlagerte Apple einen Teil seiner Produktion nach Vietnam und Indien, um Abhängigkeiten zu reduzieren und Risiken zu streuen
  • Einkaufsabteilungen bauen strategische Partnerschaften mit Lieferanten in verschiedenen Regionen auf, um mit den schmerzhaften Erfahrungen der Covid-Pandemie auch auf neueste politische Veränderungen besser reagieren zu können

Vertragsflexibilität:

  • Beispiel: Automobilhersteller wie Volkswagen verhandeln längst Verträge mit Preisanpassungsklauseln, die es ihnen ermöglichen, auf Währungsschwankungen, Energiekosten oder erhöhte Zölle flexibel zu reagieren
  • Einkaufsverträge sollten Klauseln enthalten, die Preis- und Lieferanpassungen - in beide Richtungen! - bei geo-politischen Ereignissen erlauben

Früherkennungssysteme:

  • Beispiel: BASF nutzt Big-Data-Analysen, um frühzeitig auf politische Risiken in verschiedenen Märkten zu reagieren, was ihren operativen Betrieb flexibler und proaktiver macht
  • Einkaufsabteilungen könnten Frühwarnsysteme implementieren, die politische Berichterstattung in Schlüsselregionen überwachen, Risiken in Echtzeit bewerten und danach agieren, statt davon überrascht zu werden und nur reagieren zu können

Engagement in politischen Netzwerken:

  • Beispiel: Unternehmen der Chemieindustrie arbeiten häufig eng mit europäischen und nationalen Verbänden zusammen, um politischen Einfluss auf Regulierungen zu haben und Marktpositionen zu sichern
  • Einkaufsabteilungen könnten aktiv in Branchenverbänden mitwirken, um politischen Entwicklungen voraus zu sein und entsprechende Strategien zu entwickeln

 

Unterstützung durch Einkauf-IT-Systeme


Data-Analytics-Plattformen:

  • Beispiel: Unternehmen wie IBM nutzen neueste Analyseplattformen, um Geo-Daten mit Supply-Nets zu verknüpfen und strategische Entscheidungen datenbasiert zu treffen
  • Einkaufsabteilungen können durch solche Plattformen Muster erkennen und potenzielle Risiken besser vorhersehen und im Supply-Net abfedern

Kollaborationssoftware:

  • Beispiel: Siemens verwendet Kollaborationswerkzeuge, um global vernetzte Projektteams effektiv zu managen, was zeitnahe und koordinierte, abgesprochene Reaktionen auf Marktveränderungen ermöglicht
  • Mit solchen Werkzeugen können Einkaufsabteilungen die Kommunikation mit Lieferanten optimieren und effizienter auf Störungen reagieren, ein wesentlicher Vorteil Ihres Supply-Nets

Supply-Chain-Management-Systeme (SCM):

  • Beispiel: Nestlé hat SCM-Systeme implementiert, die ihnen eine hohe Transparenz im Supply-Net bietet, was entscheidend für das Management komplexer internationaler Lieferstrukturen ist
  • Einkaufsabteilungen sollten SCM-Systeme einsetzen, die Echtzeitinformationen und dynamische Anpassungsfähigkeiten bieten

Künstliche Intelligenz:

  • Beispiel: Procter & Gamble nutzt KI zur Optimierung von Beständen und Vorhersage von Lieferrisiken, um Unsicherheiten schneller zu begegnen und effizienter zu arbeiten
  • Einkaufsabteilungen können durch KI-gestützte Systeme Entscheidungsfindung automatisieren und ihre Reaktionsfähigkeit bei plötzlichen Marktentwicklungen verbessern

 

Wenn Sie diese Themen auch im Unternehmen wahrnehmen und angehen wollen, dann haben wir die Experten, die Methoden und die Instrumente, um gemeinsam Ihr Supply Net, das Beschaffungsmarketing und das Lieferantenmanagement in 2025 und für die Zukunft nachhaltig und gezielt zu entwickeln.

 

 

Ihr Ansprechpartner Jost H. Buthmann

Tel.: +49 (0 ) 6192 40 269 0
Email: jost.buthmann@anxo-consulting.com

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